Mein Geld oder Dein Geld?

Wie jedes Semester scheint es auch dieses Sommersemester wieder ein Problem mit der Hörsaaltechnik-Betreuung zu geben. Der Antrag des Referats G3 ist eine absolute Frechheit und ein Schlag ins Gesicht der Studierendenschaft.
Wenn es nicht möglich ist, die Beamer- und Hörsaaltechnik-Betreuung aus Mitteln der Universität/des Kanzlers zu finanzieren, ist dies ein absolutes Armutszeugnis für unsere altehrwürdige Universität und den gesamten Freistaat Bayern.
Demnach sollten wir gemeinsam überlegen, die Hörsäle und Seminarräume wieder nur mit Tafeln und Zeigestöcken auszustatten, denn die benötigen fast keine Betreuung. Im Zuge dessen, könnten dann auch massiv Stellen im Referat G3 abgebaut werden, was zusätzliches Geld einspart.
Des Weiteren ist die in jedem Semester angefügte Liste der Betreuungszeiten einfach nur lächerlich, zudem dort Hörsäle aufgeführt werden, die weder in der Realität noch im UnivIS existieren. Zum Beispiel gibt es  im Hörsaalgebäude Staudtstr. 5 (Biologikum) keinen Hörsaal i oder 1.
Zudem fällt ins Auge, dass die Beamerbetreuung jedes Semester deutlich teurer wird. Waren es im letzten Jahr noch rund 90.000 €/Halbjahr, sind wir im Antrag für WS11/12 bei stattlichen 128.311,00 €.
Ich sehe mich nicht an Vereinbarungen, die vor Jahren mit dem Kanzler getroffen wurden, gebunden. Darüber hinaus mutiert das Zentrale Gremium zur Verwendung der Studienbeiträge zu einer absoluten Farce. Dieses Gremium sollte das Organ sein, das letztlich über die Verwendung entscheidet und nicht die UL. Denn nur hier ist gewährleistet, dass Studierende, also die Zahler dieses Geldes, paritätisch beteiligt sind. Zudem sollte im Falle eines Patts nicht die Stimme der Vorsitzenden den Ausschlag geben, sondern die Meinung der Mehrheit der Studierenden, deren Gelder munter hin und her verteilt werden, wie es der UL beliebt.
Mit dieser Situation soll dem gemeinen Studenten vorgegaukelt werden, dass die Entscheidungsfindung der endgültigen Verwendung der Studiengebühren gemeinsam und auf Augenhöhe mit den Studierenden geschieht. Doch letztlich entscheidet die Universitätsleitung unter Ausschluss der Studierenden, meist im Konsens mit der Empfehlung des ZGS, doch gerade bei Anträgen, die die Studierenden kategorisch ablehnen, setzt sich die UL über die Empfehlung hinweg.
Diese Gesamtsituation ist im Grunde untragbar und sollte vielleicht von Seiten der Entscheidungsträger einmal gründlich überdacht werden.
In der Staatskanzlei in München muss jetzt endlich aufgewacht und den Universitäten und anderen Hochschulen das nötige Geld zur Verfügung gestellt werden, damit zumindest eine grundlegende Ausstattung gegeben ist. Wie lange will die Staatsregierung noch zuschauen, wie sie die bayerischen Universitäten zu Grunde richtet und der Rest des Bundes davonzieht?
Marode Gebäude, gesundheitsgefährdende Zustände, Toiletten die rückwärts spülen – das ist der Alltag. Repariert wird‘s erst, wenn es lebensgefährlich wird.
Aber aufgrund der reichen Erdöl-, Gold- und Diamantenvorkommen in Bayern spielt Bildung nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Veröffentlicht am in Studiengebühren | 33 Kommentare

Sebastian Scholz

Zell- und Molekularbiologie

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