Qualitätsgespräch mit der Vizepräsidentin

Gestern fand zum zweiten Mal ein Qualitätsgespräch zwischen der Vizepräsidentin für Lehre (Prof. Haberer) und Studierendenvertretern statt. Ziel dieses Gesprächskreises ist ein kontinuierlicher Meinungsaustausch zwischen Uni-Leitung und Studierenden über Themen die die Qualität der Lehre betreffen.

Während beim ersten Gespräch diverse Themen besprochen wurden – u.a. das Problem der Raumknappheit an in diversen Bereichen – ging es gestern um Lehrevaluationen und wie diese angesichts des geänderten Hochschulgesetzes an der Universität geregelt werden sollen. Nach den neuen Regeln dürfen die Ergebnisse der Lehrevaluation nun endlich auch den Studierenden veröffentlicht werden. Dies haben nicht zuletzt auch wir (damals als Fachschaftsvertretung der Phil-Fak – aber auch etwa über die LAK Bayern) lange gefordert. Durchaus noch lesenswert unsere damalige Petition der ja nun weitgehend entsprochen wurde.

Die Themen in der Petition wurden letztlich auch im Gespräch wieder diskutiert. Klar ist dass demnächst eine Evaluationsordnung für die Universität beschlossen werden soll, die einen Rahmen für die Durchführung und Veröffentlichung der Lehrevaluationen setzt. Fragen die sich derzeit stellen sind unter anderem:

1. Soll man JEDE Veranstaltung in JEDEM Semester evaluieren. Oder lieber weniger häufig evaluieren und dafür „tiefer“ und mehr Zeit investieren aus den Ergebnisse auch Schlüsse zu ziehen und Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen? Wie stark sollte man etwa die allgemeinen Studienbedingungen miteinbeziehen?

2. Wie steigert man die Rücklaufquote – und somit die Aussagekraft der Evaluationen? Papierbefragungen scheinen nicht mehr zeitgemäß, das TAN-System (bei dem jeder einen Zettel mit Code ausgeteilt bekommt und damit eine Veranstaltung evaluieren kann) hat oft miese Rücklaufquoten – was nicht zuletzt am Medienbruch (Papierfitzel => PC) liegen dürfte.

3. Kann jeder Studi nur die Ergebnisse der Veranstaltungen die er selbst evaluiert hat einsehen? Die seines Studiengangs? Die Ergebnisse früherer Semester? Alle Ergebnisse des Departments/der Fakultät? Hier ist wohl absehbar, dass die Studierendenvertretung hier gerne weitergehen würde als die Dozenten.

4. Wie macht man Druck, dass Dozenten aus ihren Ergebnissen etwas lernen – ohne Leute an den Pranger zu stellen? Ist es sinnvoll „schlechte“ Dozenten zu Fortbildungen zwangszuverpflichten? Wie hilfreich sind Lehrpreise?

5. Wann sollten die Evaluationen stattfinden? Während des Semesters? Am Ende? Sinnvoll scheint ein gemeinsamer Evaluationszeitpunkt während des Semesters – um noch Zeit zuhaben die Ergebnisse zu diskutieren oder gar Verbesserungen umzusetzen.

6. Wie organisiert man dass sich Dozenten im Diskurs mit Studierenden über ihre Ergebnisse austauschen können? Neben dem Idealfall der Diskussion in den Veranstaltungen (bietet sich besonders bei Seminaren an) sollten die Dozenten auch am Ort der Veröffentlichung der Ergebnisse (wird wohl StudOn sein) die Möglichkeit haben Stellung zu beziehen und mit den Studierenden zu diskutieren.

etc.

Anmerkungen, Vorschläge und Ideen zu diesen Fragen sind natürlich immer willkommen. Hier als Kommentar oder als E-Mail an den Sprecherrat oder eure Fachschaftsvertretung.

Veröffentlicht am in Hochschulpolitik, Med, Nat, Phil, ReWi, Tech | 26 Kommentare

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