Bildungsstreik

In dieser Woche finden an vielen Hochschulstandorten in Deutschland Aktionen im Rahmen des bundesweiten gemeinsamen „Bildungsstreiks“ von SchülerInnen und StudentInnen statt, allerdings nicht in Erlangen.
Informationen sind zum Beispiel bei der LAK Bayern oder auf der Seite des Bildungsstreiks Bayern zu finden.
Einen Artikel der Sueddeutschen finde ich sehr passend und lesenswert:

Die Schüler und Studenten ergehen sich nicht bloß in Aktionismus, sie reflektieren ihre Lage. Sie sind in einer Suchbewegung, ihr Protest ist Ausdruck und Anlass für Lernprozesse. Deshalb verdient der Bildungsstreik sogar das Prädikat ‚pädagogisch wertvoll‘ (…) Doch das Zeichen, das die Schüler und Studenten setzen, ist keineswegs radikal. Sie erinnern nur daran, dass der Staat ein Kerngeschäft hat: seine Schulen und Hochschulen.
Sicherlich gibt es einzelne Menschen die „einfach mal wieder gegen den Staat demonstrieren wollen“ und auch sicherlich den oder die Eine oder Andere die auf Randale aus sind. Aber das ist eine verschwindend kleine Minderheit, und mit dieser kleinen Gruppe als Begründung die Ziele und Argumente der Schüler und Studierenden einfach zu ignorieren, ist zwar bequem aber falsch. Deswegen finde ich es auch schade, dass in Erlangen keine Aktionen stattfinden, da es ja hundert Möglichkeiten und Formen gäbe, wenn man Angst vor einem plündernden und brandschatzenden Studierenden-Mob hat der durch die Erlanger Straßen marodiert: eine Podiumsdiskussion, eine Posterausstellung, eine Flyeraktion oder ähnliches. Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, den Dialog zwischen der Studierendenvertretung, die in den Gremien der Universität an den Entscheidungen wenigstens beteiligt ist, und den Studierenden selbst zu intensivieren, und den GremienvertreterInnen den Rücken zu stärken, wenn sie merken dass sie nicht alleine argumentieren.

Veröffentlicht am in Hochschulpolitik, LAK & fzs, Pressespiegel | 10 Kommentare

Philipp Schrögel

Ich habe in Erlangen bis 2008 Physik studiert und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physikalischen Institut tätig. Danach habe ich den Masterstudiengang "Public Policy" an der Harvard Kennedy School of Government absolviert, mit dem Schwerpunkt Science and Technology Policy. Ich war zuvor lange Zeit in der Studierendenvertretung der Uni Erlangen-Nürnberg tätig, von 2004-2005 in der Fachschaftsvertretung der Naturwissenschaftlichen Fakultät I, 2005-2006 als Fachschaftssprecher und von 2006-2008 als Sprecherrat und Senator. Von 2007-2009 war ich Sekretär (~ Sprecher) des landesweiten Zusammenschlusses der Studierendenvertretungen (LAK Bayern). Ich bleibe auch nach meiner aktiven Zeit als Interessenvertreter der Hochschul- und Wissenschaftspolitik verbunden, und freue mich immer über Kommentare oder Anregungen.

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