Gebührenverwendung Sommersemester 2009

Wie versprochen wollen wir euch als Studentische Vertreter im zentralen Gebührengremium auch informieren an welchen Punkten die Universitätsleitung (UL = Rektor, Kanzler und Vizepräsidenten) von den Empfehlungen des Gremiums abgewichen ist.
Für das kommende Sommersemester war dies bei fünf Punkten der Fall.
Über Punkt 1 werden wir uns als Studis nicht beschweren – im Gegenteil. Die Maßnahme Recruiting (Werbung an Schulen) die an der WiSo geplant war und 100.000 EUR hätte kosten sollen wurde von uns ja bereits im Gremium geschlossen abgelehnt. Wurden wir dort noch (sehr) knapp überstimmt, so wurden unsere rechtlichen Bedenken von der UL dann letztlich wohl doch ernst genommen und statt 100.000 gabs nur 50.000 EUR, die zudem ausschließlich für das Mentoring-Programm an der WiSo ausgegeben werden dürfen. Werbung an Schulen aus WiSo-Studiengebühren wird es also nicht geben.

In den anderen vier Punkten entschied sich die UL gegen den Willen der Studierenden und der Mehrheit des Gebührengremiums Maßnahmen zu finanzieren – dies sind:

1. Takelmeister für die Segelflotte am Brombachsee (4.500 EUR für ein Semester)

Diese Stelle wurde bereits für das Sommersemester 2007 erstmals genehmigt (auch da gegen unseren Willen) und wird seitdem immer wieder (gegen unsere Stimmen) verlängert. Die Entscheidung der UL kam hier nicht überraschend, da die Stelle nunmal besetzt ist nicht ohne weiteres gekündigt werden kann.

2. Kirchenmusik

Das Institut für Kirchenmusik bekam 10.000 EUR (Zuschüsse für das Orchester, den Akademischen Chor und Kosten für Stimmbildungsunterricht der Studis die dort Musik machen).
Während wir, v.a. auch aufgrund des wiederholt recht unklaren Antrags, dies ablehnten stimmte die Uni-Leitung dem zu, weil sie diese Art von Soft-Skills fördern wollten. Auch dies zeichnete sich bereits während der Sitzung ab.

3. Aufbau eines Career-Service beim IBZ
(50.000 EUR für ein Semester):
Diesen Antrag lehnten wir ab, da wir zuerst gerne ein schlüssiges Konzept gesehen hätten wie die diversen Career-Service-Aktivitäten einiger Fakultäten vernünftig zusammengefasst und koordiniert werden sollen. Die Uni-Leitung hielt es dagegen für sinnvoll eine Stelle hierfür zu schaffen. Dass ein funktionierender Career-Service grundsätzlich wichtig ist war grundsätzlich unstrittig. Die Frage ob und in welcher Höhe dafür Studiengebühren herhalten müssen und wie man dabei vorgeht ist komplizierter…

4. Für 21.347 EUR soll eine halbe Stelle beim Rechenzentrum künftig auch bei Apple-Systemen beraten und betreuen (etwa bzgl. geeigneter Software, WLAN, VPN, …). Die Studierendenvertretung sah hierfür (zumindest bei den Studierenden) keinen Bedarf der die Einrichtung einer halben Stelle rechtfertigen würde und bezweifelt zudem, dass sich das nötige Fachwissen nicht etwa durch Lehrgänge an das vorhandene Personal des RRZE vermitteln ließe.

Grundsätzlich kritisch bewerten wir als Studierendenvertretung, dass somit praktisch alle verfügbaren zentralen Mittel aufgebraucht wurden und diese größtenteils in Stellen gebunden sind (die natürlich Mehrjahresverträge haben). Nachdem zum kommenden Wintersemester die Einnahmen aus Studiengebühren zurückgehen werden befürchten wir, dass der Spielraum an frei verfügbaren Mitteln, mit denen man konkrete kleinere und größere Projekte finanzieren könnte, extrem klein sein wird.

Bei allen anderen (insgesamt rund 50) Anträgen folgte sowohl das Gebührengremium (zumindest mehrheitlich) als auch die Uni-Leitung dem studentischen Votum.

Veröffentlicht am in ReWi, Studiengebühren | 3 Kommentare

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