Roboter, Studiengebühren und Pizza

Wieder einmal trafen sich die Fachschaftssprecher der verschiedenen Fakultäten, um sich auszutauschen, sich kennenzulernen und eine Führung durch eine neue Fakultät zu erleben. Diesmal war es also die Technische Fakultät.

Die Roboter spielen mit BauklötzchenMan ist als Organisator eines solchen Treffen natürlich immer bemüht, den völlig Fachfremden auch etwas bieten zu können. Auch diese sollen etwas Einblick in den Alltag an der TechFak bekommen und im besten Falle sogar ein Fünkchen Begeisterung verspüren.
Nachdem dieses Fünkchen bei der Demonstration einer Hochdruckpumpe bei den Verfahrenstechnikern noch nicht so recht aufkommen konnte, versuchten wir es am Lehrstuhl für Fertigungstechnik. In der Industrieroboter-Halle erklärte ein eifriger Kerl den Anwesenden die Roboter. Eine Demo wurde abgespielt, bei der ein Sechsachs-Roboter Bauklötzchen zusammensetzt. Dies gefiel nun doch einigen, auch wenn die Maschine recht gemächlich zur Sache ging.

Pizza… viel PizzaAuch für das leibliche Wohl war gesorgt. Ganz in Manier der TechFak gab es (nach ins Wasser gefallenem Grillen) Karton-weise Pizza.

Studiengebühren-Gremien

Um sieben Uhr begann dann langsam der ernstere Teil des Abends. Erster und sehr langer Tagesordnungspunkt war der Austausch der Erfahrungen aus den Gebührengremien. Wie liefs so an anderen Fakultäten? Oder im uniweiten, zentralen Gremium? Hier ein kurzer Einblick Robert - FS-Sprecher der TechFak - leitet das Treffen ganz hervorragend :)

TechFak:

Hier wurde, wie vielleicht schon in vorigen Beiträgen geschrieben, der Sündenfall gleich zum Anfang geprobt. Es soll eine Stelle für 20.000 €/Jahr als zentrale Studienberatung angeschafft werden. Da diese ja nicht auf dem Klo hocken kann, baut man – für 60.000 € – noch einen Glaskasten außenrum und tauft das ganze Studien-Service-Center. Wenn das SSC irgendwann floppt bekommen natürlich wir Studenten diesen Raum, der sehr zentral im Hörsaalgebäude liegen soll. Diese Stelle soll vor allem Hiwi-Jobs zentral ausschreiben, eine Praktikumsbörse aufbauen und sämtliche Anträge aus Studiengebührenmitteln zentral sammeln und verwalten.

Die Diskussion über diesen Punkt zieht sich sehr lange hin und deckt die Widersprüchlichkeit auf. Keiner weiß eigentlich genau, wo die Grenze ist. Was darf denn nun – rechtlich, als auch „moralisch“ – aus Studiengebühren bezahlt werden?

NatFak 1:

Man hat hier mehr Tutoren für die Übungsgruppen angeschafft. Da diese aber auch gewachsen sind, merkt der Student davon recht wenig. Man wollte mehr Tische im Hörsaalgebäude anschaffen. Dies scheiterte doch zum Teil einfach daran, dass keiner wusste, wohin und wie die Anträge zu stellen sind.

NatFak 2:

Die Chemiker waren sehr fleißig und haben schon einen Dreijahresplan aufgestellt. Genauso wie die Biologen und die Pharmazeuten planen sie, die Mittel aus Studiengebühren vor allem für Experimente auszugeben. Es sollen auch mehr Tutorien angeboten werden. Es wurde eine befristete halbe Stelle geschaffen, welche nun Analysen für die Assistenten durchführt und diese somit entlasten soll.

NatFak 3:

Leider kein Vertreter aus dieser Fakultät anwesend.

zahlreiche Vertreter waren anwesend

PhilFak 1:

Es wurden mit den Gebühren neue Stellen für Seminare (v.a. Proseminare) und Tutorien geschaffen, welche auf zwei Jahre befristet sind. Allgemein war hier die Zusammenarbeit im Gremium sehr gut. Probleme hier waren allerdings die Entscheidung, das Gemeindehaus am Bohlenplatz anzumieten. Weiterhin ist auch das Sprachenzentrum an die Phil1 gebunden. Doch da auch Studierende anderer Fakultäten dieses nutzen, subventionieren die Philosophen hier die „Lettisch für Anfänger“-Kurse.

PhilFak 2:

Es wurde die gute Zusammenarbeit v.a. mit der Dekanin hervorgehoben, die auch mal eine Sitzung nur mit den zwei anwesenden Studenten abhält. Denn es ist ja schließlich das Geld der Studenten, dass hier vergeben wird und somit sollten sich die weiteren Mitglieder dieses Gremiums mit den getroffenen Entscheidungen abfinden.
Allerdings war anscheinend die Kommunikation furchtbar. Viele Institute konnten nicht erreicht werden. So wurden zum Beispiel den Anglisten 8000 € für Kopierkosten genehmigt. Es weiß nun allerdings niemand, wofür diese eingesetzt werden. Es fehlt schlicht die Möglichkeit zur Kontrolle.
Viele Räume sind mit Büchern zugestellt und somit herrscht an der Phil2 ein akutes Raumproblem. Hier haben sich die Vertreter pro Baumaßnahmen aus SG ausgesprochen. Wohin mit den ganzen tollen Kursen, wenn kein Raum da ist? Langfristik soll eine neue Zentral-Bibliothek für die PhilFak enstehen. Dazu wird das mathematische Institut abgerissen. Allerdings soll dies frühestens 2015 geschehen, was wohl eher 2020 heißt. Außerdem haben noch viele andere Interessenten für das Gelände Interesse angemeldet.

EWF:

Kurz und knackig: Hier wurde das Lehrangebot durch mehr Seminare und Tutorien verbessert, sowie der Rechnerraum modernisiert.

WiSo:

Auch hier sagen die Vertreter, dass die Verteilung der Mittel konstruktiv ablief. Es wurde vor allem Personal angestellt. Auch hier wurde ein Studien-Service-Center angedacht. 5000 € kommen studentischen Initiativen zugute. Anträge konnten alle Studenten der WiSo schon im Voraus auf einer Website stellen. Dies wurde auch angenommen und 84 Anträge über eine Summe von neun Millionen (bei schließlich bewilligten 2 Mio.) kamen zusammen. Auch der Vorschlag, mehr Sitzgruppen und Lernecken einzurichten, wurde angenommen.

Jura:

Hier werden noch Ideen gesucht. Die Bib hat nun von 8.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet, was wohl Uni-weiter Rekord sein sollte.

Uniweit:

Im zentralen Gebührengremium wurde beschlossen, dem Akademischen Auslandsamt, dem Rechenzentrum, der Bibliothek und dem IBZ Mittel zukommen zu lassen. Ein mittleres Debakel stellt hier das Sprachenzentrum dar. Wenigstens die Kopierkosten werden nun doch aus Studiengebühren bezahlt. Siehe dazu den Artikel von Philipp kürzlich. In Zukunft soll aus allen Fakultäts-Töpfen ein Vorabzug ans Sprachenzentrum gehen, je nach dem, wie es von den Mitgliedern der jeweiligen Fakultät genutzt wird.
Es wurde noch einmal berichtet, dass nun die Klausel abgeschafft wurde, die den 5% Besten eine Befreiung ermöglichte. In diese Presche will nun das sog. Leonardo-Kolleg springen. Hier wird gerade überlegt, wie man die Besten – an Noten als auch an sozialem Engagement gemessen – mit Stipendien unterstützen kann. Hier ging kürzlich eine Mail an alle Studenten raus.

Aus der Medizin und der Theologischen Fakultät war leider kein Vertreter anwesend.

Zusammenfassend sind wohl vor allem drei Punkte klar:

  1. Wir wissen im Endeffekt selbst nicht genau, wo die Linie zu ziehen ist, aber der wir definitiv sagen: Nein, dieser Antrag hat nichts mit der Verbesserung der Studienbedingungen zu tun. Was soll man denn zum Beispiel machen, wenn keine Mittel von der Uni dafür da sind, einen Raum zur Verfügung zu stellen um ein Tutorium abzuhalten. Vor allem an der PhilFak herrscht akute Raumnot. Soll man nun ideologisch sagen: Dann eben kein Seminar, oder doch einfach die Anmietung von Räumen aus SG bezahlen?
  2. Kommunikation. Die rechte Hand weiß oft nicht, was die linke macht. Viele Institute sprechen überhaupt nicht mit, was die Verteilung der Gebühren angeht. Auch wir Studenten schaffen es nicht immer, uns perfekt abzustimmen und zu großen Punkten eine gemeinsame Haltung zu finden. Es wäre schon hilfreich, Treffen wie dieses nun öfter abzuhalten. Oder wenigstens die Erfahrungen aus den SG-Gremien den anderen per Mail mitzuteilen. Dazu soll nun ein neuer Mail-Verteiler eingerichtet werden, der sämtliche Strukturen der Studierendenvertretung abbildet.
  3. Transparenz. Es kann oft nicht genau verfolgt werden, wohin Geld fließt. Wird das Geld wirklich überall so eingesetzt, wie das Gremium dies beschlossen hat? Was macht die Anglistik mit den 8000 € Kopiergeld? Ein effektives Controlling muss her! Wir alle haben nicht die Ahnung und nicht die Zeit alle Geldflüsse genau zu verfolgen. Nun kam dazu die Idee auf, das Junior Consulting Team an der WiSo dafür einzuspannen. Diese bieten Studenten u.a. der BWL die Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Unternehmensberatung zu sammeln. Diese brauchen nun Projekte, mit denen sie arbeiten können. Und was liegt näher, als diesen einfach die Aufgabe zu übertragen, die Mittel aus unseren Studiengebühren zu kontrollieren? Evtl. sogar weitere Verteilungspläne als Vorschläge auszuarbeiten?

Wir haben uns noch länger überlegt, wie man die korrekte Verwendung der Gebühren prüfen kann. Die Physiker drucken Aufkleber mit „von Studenten, für Studenten. Das hier ist aus Studiengebühren bezahlt“. Die E-Techniker wollen einen SG-Schaffner anstellen, der sporadisch zu Lehrstühlen marschieren kann und die Rechnungen, die aus SG bezahlt wurden, überprüft. Auch von den Physikern kommt der Vorschlag, am Ende jedes Semesters Fragebogen an die Studierenden herauszugeben. Hier werden die Maßnahmen aufgelistet, die aus SG bezahlt wurden. Es soll gefragt werden, inwieweit diese Maßnahmen nun spürbar waren und die Studienbedingungen verbessert haben.
Absolutes Chaos herrscht anscheinend im zentralen Gremium. Philipp schimpft 10 Minuten. So seien zum Beispiel Erhebungsdaten, mit denen gearbeitet wird vom Dezember.

Öffentlichkeitsarbeit

Nächster TOP ist die Öffentlichkeitsarbeit. Die FAUNA-online soll noch weiter ausgebaut werden. Ein Terminkalender soll angelegt werden und Benutzerseiten sollen mehr über jeden Author verraten.

Außerdem wird der Vorschlag eines uniweit gemeinsamen Erstsemester-Einführungs-Heftes eingebracht. Dieses könnte man in Kooperation mit einem Stadtmagazin auf die Beine stellen und in einen Mantelteil und einen Studiengang-spezifischen Teil untergliedern. So würden auch Studiengänge ohne bisheriges ESE-Heft in den Genuss des selbigen kommen. Auch sparen sich die anderen Studiengänge einen Haufen Arbeit, da diese nur noch ein Inlay gestalten müssten, dass Aufschluss über Scheine, Prüfungen und Fächer gibt. Die Idee wird positiv angenommen. Allerdings nur unter der Bedingung, dass dieses seriös ausschaut, der Inhalt dominiert, wenig Werbung enthalten ist und das ganze nicht nach reinem Kneipenführer ausschaut.

Hochschulwahlen SS07

Aufgrund der Neuanordnung der Fakultäten wurde auch eine neue Wahlordnung entworfen. Nachdem Philipp den ganzen Nachmittag mit zeichnen eines neuen Schemas, mit dem er die neue Wahlordung erklären will, verbracht hatte, beglückte er alle mit einem übersichtlichen Diagramm. So waren Erklärungen eigentlich kaum noch nötig. 😛
Nun zur neuen Grundordnung.
In Zukunft wird es eine gewählte Fakultäts-Fachschaft pro Fakultät geben, die dann Departments-Fachschaften benennt. Bei diesen Departments-Fachschaften handelt es sich um die ursprünglichen Fachschaften vor der Zusammenlegung. So wird es z. Bsp. bei der Medizin oder der TechFak keine Departments-Fachschaften geben, während die NatFak ein Department Mathe/Physik … bekommen wird.
Der Konvent, das studentische Parlament, wird in Zukunft aus 20 Mitgliedern bestehen und wird zu 50% direkt gewählt und zu 50% von den Fakultäts-Fachschaften entsandt. Dieser wiederum wählt den Sprecherrat und entsendet zwei studentische Vertreter in den Senat.

TF-Verein: Fachschaft der Technischen Fakultät Erlangen e.V.

Als letzten großen Punkte stellte Robert noch den neuen Förderverein der Fachschaft der Technischen Fakultät vor. Am 1.5. von 9 Fachschaftlern gegründet soll der Verein vorerst nur das Sommerfest tragen und Stück für Stück die Kassen der einzelnen Fachschaften aus dem rechtlichen Graubereich ziehen und unter einen gefestigen Rahmen stellen.

Alles in allem hat sich das Treffen allein schon wegen dem Essen, dem Trinken, dem Erfahrungsaustausch, vor allem aber dem Spaß gelohnt. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal, bis dann – Eure Blogger

Florian und Robert, eure Blogger

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