Senatssitzung am 24.01.2007

Heute war die erste Senatssitzzung im neuen Jahr. Nachdem zu Beginn die eher uninteressanten Alltagsgeschäfte erledigt wurden wie zum Beispiel die Besprechung von Berufungslisten für Professorenstellen, Umbenennungen von Lehrstühlen und redaktionelle Änderungen an Prüfungsordnungen stand die Änderung der Studiengebührensatzung auf der Tagesordnung.

Wie ich ja schon beim Rektorgespräch geschrieben habe, ist die Befreiung der 5% Besten ein heikles Thema. Nachdem der Rektor zu Beginn des Tagesordnungspunktes in die Problematik eingeführt hat, habe ich eine Einschätzung von Seiten der Studierenden abgegeben. Obwohl ich eigentlich die Abschaffung der Befreiung und Ersetzung durch ein Förderprogramm bevorzuge, habe ich von den Problemen beider Alternativen gesprochen und auf die Einschätzung der anderen SenatorInnen gewartet. Die fiel zu meiner Überraschung sehr eindeutig aus: So gut wie alle SenatsvertreterInnen haben für eine Abschaffung der Befreiung plädiert, da die praktische Umsetzung sehr viel mehr Probleme bereitet als zuvor angenommen. Die Einreichtung eines Förderprogramms als alternativen Leistungsanreiz, wie auch schon beim Rektorgespräch geschildert, hat auch im Senat große Zustimmung gefunden.
Eine Abstimmung (in dem Fall nicht rechtlich bindend sondern als Meinungsbild) führte einstimmig (bei einer Enthaltung) zu dem Ergebnis, die Befreiungsregelung zu streichen. Die entsprechende Änderungssatzung wird dann formell im nächsten Senat verabschiedet. Wir als Verterterinnen und Vertreter in den Gebührengremien werden uns jetzt dann an die Diskussion möglicher Fördermaßnahmen machen.

Nach einer kurzen Sitzungspause stand dann die Umstrukturierung der Universität auf der Tagesordnung, ein intensiv und auch kontrovers diskutiertes Thema.
Die Hochschulleitung möchte die Fakultäten zu letzendlich fünf (Naturwissenschaften, Medizin, Technische Fakultät, Wirtschafts-Sozialwissenschaften und Jura sowie eine Geistes- und Erziehungswissenschaften mit Theologie) vereinigen. Darunter sollen Departments eingeführt werden, um eine studiengangnahe Struktur zu haben. Dieses Vorhaben bereitet vor allem in den Philosophischen Fakultäten Probleme, da diese aus sehr unterschiedlichen Instituten und Lehrstühlen bestehen. Einige Fakultäten fürchten auch einen Verlust ihrer Eigenständigkeit. Andererseits muss man sehen, dass es sich hierbei hauptsächlich um eine Nomenklatur handelt, und durch einen neuen Ansatz alte strukturelle Probleme verbessert werden können.
Ein weitere Punkt des Plans sieht vor, die künftigen Großdekane gleichzeitig als Mitglieder der Hochschulleitung einzusetzen. Das bedeutet eine bessere Anbindung der Hochschulleitung an die Probleme und Interessen der Fakultäten, vor allem wenn in der heutigen Zeit sehr kurzfristig Entscheidungen getroffen werden müssen. Es birgt aber auch die Gefahr einer in diesen Personen sehr stark konzentrierten Macht. Etliche Fakultäten fürchten hier auch, dass sie an Entscheidungsfähigkeit verlieren, wenn die Hochschulleitung durch den Dekan der gleichzeitig Vizepräsident ist, direkten Einfluss auf die Meinungsbildung in den Fakultäten hat.

Das Thema ist jetzt seit vergangenem Sommer in der Diskussion, und es sieht so aus als ist eine Konsenslösung gefunden, mit der die meisten SenatorInnen und DekanInnen einverstanden sind . Eine Personalunion von Dekan und Vizepräsident findet keine Zustimmung, aber mit einer Neustrukturierung der Fakultäten mit Departments sind die meisten einverstanden, wenn die Modalitäten passen. Da die endgültige Entscheidung innerhalb des nächsten Monats getroffen sein muss, erwerten mich noch einige Sitzungen in den nächsten Wochen. Ich hoffe nur, dass ich mich trotzdem gut genug auf meine Diplomprüfung im März vorbereiten kann.

Veröffentlicht am in Senat & UR, Studiengebühren | 22 Kommentare

Philipp Schrögel

Ich habe in Erlangen bis 2008 Physik studiert und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physikalischen Institut tätig. Danach habe ich den Masterstudiengang "Public Policy" an der Harvard Kennedy School of Government absolviert, mit dem Schwerpunkt Science and Technology Policy. Ich war zuvor lange Zeit in der Studierendenvertretung der Uni Erlangen-Nürnberg tätig, von 2004-2005 in der Fachschaftsvertretung der Naturwissenschaftlichen Fakultät I, 2005-2006 als Fachschaftssprecher und von 2006-2008 als Sprecherrat und Senator. Von 2007-2009 war ich Sekretär (~ Sprecher) des landesweiten Zusammenschlusses der Studierendenvertretungen (LAK Bayern). Ich bleibe auch nach meiner aktiven Zeit als Interessenvertreter der Hochschul- und Wissenschaftspolitik verbunden, und freue mich immer über Kommentare oder Anregungen.

22 Responses to Senatssitzung am 24.01.2007

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.